By Ferdinand Böltken

Die Entwicklung der empirischen Sozialforschung ist von der Entwicklung geeigneter Auswahlverfahren nicht zu trennen. Erst durch Auswahlen wird es in der Praxis moglich, empiri sche Aussagen uber grossere Gesamtheiten zu treffen. Ob sol che empirischen Aussagen der sozialen Wirklichkeit angemes sen sind, hangt zu einem nicht geringen Teil davon ab, inwie weit die angewandten Auswahlverfahren den theoretischen An forderungen und praktischen Kunstregeln entsprechen, die wir im folgenden schildern wollen. Als .Studien"-Skript wendet sich dieser Band vor allem an Studierende der Methodik der empirischen Sozialforschung bzw. an Teilnehmer entsprechender Ubungen und Seminare. Des halb geht es hier nicht darum, kochbuchartige Rezepte fUr alle in der Praxis der Sozialforschung denkbaren challenge stellungen anzubieten. Vielmehr steht die Darstellung der wichtigsten Auswahlmodelle und -verfahren und ihre theore tische Grundlegung im Vordergrund. Mit dieser Kenntnis der Hauptformen und Hauptformeln von Auswahlverfahren sollte der Leser in der Lage sein, zu be stimmten konkreten Spielarten kritisch Stellung zu beziehen und den Einstieg in die umfangreiche Spezialliteratur zu wa gen. Diese Literatur zeichnet sich zum grossen Teil durch eine recht komplizierte statistische und mathematische Argumenta tion aus, die gerade den sozialwissenschaftlich willigen, aber statistisch schwachen Leser in Verwirrung sturzt. Deshalb sollen die anfallenden Probleme und ihre Losungsmog lichkeiten vor allem "plausibel" gemacht und durch einfache Beispiele belegt werde

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Die Gleichstrommaschine: Ihre Theorie, Untersuchung, Konstruktion, Berechnung und Arbeitsweise. Erster Band. Theorie und Untersuchung

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Price, 1960, S. 273), ~ in einer nicht vorausseh- und berechenbaren Weise. teils widersprUchlich. teils gleichlaufend. auf ein Ereignis einwirken. "Zufällig" wäre etwa das Ziehen einer Karte aus einem gut durchgemischten Blatt, das Würfeln einer bestimmten Zahl mit einem korrekten WUrfel oder das "Herauskommen" einer Zahl beim Roulette, weil das Ergebnis durch alle möglichen nicht vorhersehbaren Faktoren wie LUftzug, Staub, Geschwindigkeit, usw. beeinflußt wird. 1) Die Einwände beziehen sich einerseits auf die "Endlichkeit" von Versuchsserien: Wie lang muß eine solche Serie sein, bis die relative Häufigkeit nahezu konstant ist?

Bei einer 1) Unter "Permutation" versteht man "jede Zusammenstellung der n Elemente (einer endlichen Zahl n) in irgendeiner Anordnung, in der sämtliche Elemente verwendet werden, und zwar jedes genau einmal" (Clauss u. Ebner, 1971, S. 134). 3 6s bleiben also nur 6 unterschiedliche Kombinationen übrig. WUrden wir nach der Anzahl der Kombinationen fragen, mit der eine Auswahl von 4 Kugeln, die aus einer schwarzen und 3 weißen Kugeln besteht, zustande kommen kann, dann wUrden sich die 24 Permutationen um die Permutationen der 3 nicht unterscheidbaren weißen Kugeln verringern, wir erhielten in diesem Fall (mit n=4, k=1 und n-k=3) folgende Anzahl von unterschiedlichen Kombinationen bzw.

9): 1) Ereignisse, deren Wahrscheinlichkeiten sehr klein sind, treten sehr selten auf. 2) Die Wahrscheinlichkeit dafür, daß die relative Häufigkeit (oder eine andere Kollektivmaßzahl wie das arithmetrische Mittel) eines Merkmals beträchtlich (um mehr als einen vorgegebenen Betrag) von der ihr entsprechenden Wahrscheinlichkeit abweicht, wird umso kleiner, je größer der Umfang der Beobachtungsserie ist, bei der diese relative Häufigkeit ermittelt wurde. , daß man sich der "wahren" Wahrscheinlichkeit beliebig genau nähern kann, wenn man die Beobachtungsserie ständig ausweitet.

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