By Hans Wußing

Die nach Inhalt, Methode und sozialer Relevanz durchgreifenden Umwälzungen in Mathematik, Astronomie, Physik, Chemie, Biologie und Geographie sowie in Naturphilosophie und wissenschaftlichen Organisationsformen während des 16./17. und des beginnenden 18. Jahrhunderts werden in der Historiographie der Wissenschaften mit dem Sammelbegriff Wissenschaftliche Revolution schlechthin bezeichnet. Der Autor beschreibt in seinem Buch markante Höhepunkte jenes Prozesses, auf denen ganz wesentlich unsere heutige Wissenschaft gegründet ist. Um die geistigen Wendungen und die Persönlichkeiten hervortreten zu lassen, wurde großer Wert auf authentische Äußerungen jener Wissenschaftler gelegt.

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Dieser Buchtitel ist Teil des Digitalisierungsprojekts Springer ebook records mit Publikationen, die seit den Anfängen des Verlags von 1842 erschienen sind. Der Verlag stellt mit diesem Archiv Quellen für die historische wie auch die disziplingeschichtliche Forschung zur Verfügung, die jeweils im historischen Kontext betrachtet werden müssen.

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Mit finanzieller Hilfe des Kaisers erschien endlich 1609 das fundamentale Werk Astronomia nova de motibus stellae Martis (Die neue Astronomie über die Bewegungen des Sternes Mars). Im ausführlichen Titel findet sich die sehr bedeutsame Wendung physica coelestis (Physik des Himmels). Hier bahnt sich eine weit reichende Wendung der Astronomie an, die auf direktem Wege zu Newton führen sollte. Hatte die Astronomie bis dahin darin bestanden, die Bewegungen der Planeten geometrisch-trigonometrisch zu beschreiben und haUen "himmlische Intelligenzen" oder "animae" (Seelen, wie Kepler im Weltgeheimnis schrieb) als Ursache der Bewegung gegolten, so versuchte Kepler nun, natürliche, physikalische Ursachen der Bewegungen anzugeben, also die Physik des Himmels zu begründen.

Beispielsweise formulierte er das hydrostatische Paradoxon. Das berühmt gewordene "Kugelkettenexperiment" - das sich auch auf dem Titelblatt von 1586 findet - befasste sich in einem speziellen Fall mit der Unmöglichkeit eines perpetuum mobile: Eine geschlossene Kugelkette ist über einen Keil bzw. zwei schiefe Ebenen gelegt; sie bleibt natürlich - in Ruhe. Wenn man die Kette links und rechts, an den Seiten des Keiles zerschneidet, bleibt der Kettenrest in Ruhe, obwohl sich verschieden viele Kugeln auf den Seiten befinden.

Das Grundthema ist das System des Copernicus, das aus taktischen Gründen mit Für und Wider vorgetragen wird. Man hat Galilei noch Reste aristotelischen Denkens angelastet: So bewegen sich bei ihm die Planeten auf Kreisen um die Sonne, obwohl er die Keplerschen Ergebnisse über die elliptische Bahn der Planeten kannte. Und es gelte eine Art "Trägheitsgesetz", das die Planeten auf einer Kreisbahn hält. Und anderes mehr. Aber dies ist schließlich nicht allzu verwunderlich, da er doch in den Traditionen des Aristote1ismus aufgewachsen war.

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