By Wolfgang Behringer

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Mit über hundert Personen wurden in kurzer Zeit mehr Hexen hingerichtet, als in dem sehr viel größeren Land Vorarlberg. Als Vorbild konnten zu diesem Zeitpunkt die Verfolgung des benachbarten Reichsgrafen Ferdinand Carl Franz von Hohenems dienen, der in seiner Grafschaft Vaduz zwischen 1648–1651 und 1677–1680 etwa 300 Menschen als Hexen verbrennen ließ. Bei nur 3000 Einwohnern waren dies 10% der Bevölkerung, eine Verfolgungsintensität, die weder in Lothringen noch in Kurköln erreicht wurde. Im Unterschied zu den Richtern im 60 Prättigau hatte der Graf einen Herren über sich.

Für das Jahr 1115 vermerkte eine Grazer Chronik lakonisch, daß dreißig Frauen an einem Tag verbrannt worden seien (concrematae sunt triginta mulieres in Greez una die). Bei der relativen Quellenarmut dieser Zeit wird man sicher mit weiteren sporadischen, von der Kirche nicht gebilligten Hexenverfolgungen rechnen können. Generell kann man sagen, daß die Unterdrückung des Wunsches nach Hexenverfolgung durch Kirche oder Staat bei gleichzeitigem starken Hexenglauben in vielen Teilen Europas zu Akten der Lynchjustiz geführt hat.

Der Geheime Rat wurde zu einem Bollwerk der Verfolgungsgegner, das auch unter dem Eindruck der großen Verfolgungswelle der Jahre 1626–1630 nicht nachgab. Die Beurteilung der bayrischen Außenpolitik hat vor einigen Jahren zu einer Debatte zwischen Konrad Repgen und 57 Robert Bireley SJ geführt, der eine bestimmte Gruppe bayerischer Räte, die für die unbedingte Durchführung des Restitutionsediktes eingetreten waren, als „Extremisten“ bezeichnet hat. Repgen verwahrte sich dagegen mit dem Argument, derartige Begriffe beruhten auf liberalen „Mißverständnissen“, denn die angeblich „Moderaten“ hätten dieselbe Politik mit denselben Argumenten mitgetragen.

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