By Otto Kruse

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Der Begriff »Mythos« bleibt in fast allen Darstellungen unbestimmt. Bei Aristoteles, von dem der Begriff stammt, waren Mythen einfach die großen, überlieferten Erzählungen über die Heldenzeit. Aber dabei wollte er es nicht belassen, sondern forderte von den Dichtern seiner Zeit, selber Mythen zu entwickeln. Heute verwendet man den Begriff, um darauf hinzuweisen, dass Geschichten, die der Grundstruktur mythologischer Darstellung folgen, in einer Korrespondenz zu psycholo- 32 gisch relevanten Erlebens- und Entwicklungsmustern stehen und deshalb auf eine besondere emotionale Resonanz stoßen.

Ich will mich an dieser Stelle nicht auf längere Erörterungen einlassen, sondern Ihnen nur darlegen, wie ich im Folgenden die wichtigsten Begriffe verwende. Den Begriff »Geschichte« verwende ich als Bezeichnung für eine Abfolge von Handlungen und Begebenheiten in der Zeit, wobei ein Beginn und ein Ende durch einen wie auch immer gearteten Handlungsbogen miteinander verbunden sind. Das ist eine sehr weite Fassung des Begriffs, die auch das unbearbeitete »Rohmaterial« noch mit einschließt. Geschichten können in unterschiedlichen Medien (Text, Film, Drama, Comic, Kirchenbilder) erzählt werden.

Ist die Geschichte unpointiert, weiß der Zuhörer schon lange vorher, was passieren wird. Er kennt die Lösung und langweilt sich. Die Pointe belässt es der Schlusswendung, den Sinn der Geschichte offenzulegen. Geschichten spielen mit der Unwissenheit der Zuhörer. Sie können falsche Erwartungen wecken, mit denen die Zuhörer in die 43 Irre geführt werden, was wiederum die Pointe überraschender macht. Auch für den Erzähler wird es mit einer Pointe einfacher, die Geschichte zu strukturieren, denn er kann auf einen finalen Punkt hinarbeiten und die Zuhörer dafür belohnen, dass sie ihm die Zeit zum Erzählen eingeräumt haben.

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