By Bernhard Schlag, Ina Petermann, Gert Weller, Christoph Schulze

Gute Sicht und ein gutes Sehvermogen sind unabdingbare Voraussetzungen fur eine sichere Teilnahme am Strassenverkehr. Das visuelle process spielt eine ze- rale Rolle bei der Gewinnung der fur das Autofahren relevanten Informationen. Geschatzt wird, dass bis zu ninety % dieser Informationen uber die Augen auf- nommen werden. Die Differenziertheit der visuellen Wahrnehmung der V- kehrssituation beeinflusst wiederum den Entscheidungsprozess und die Ha- lungszuverlassigkeit (Cohen, 1993a). So zeigt eine Untersuchung von TIJERINA et al. (1995), dass Kraftfahrer unter ungunstigen Sichtbedingungen aufgrund mangelnder Moglichkeiten zur Gefahrenkognition und Gefahrenantizipation uberwiegend keine praventiven Massnahmen bei einem bevorstehenden Unfall ergreifen. Die ungunstigen Beleuchtungsverhaltnisse bzw. Wahrnehmungs- dingungen gingen in diesem Fall mit einer luckenhaften internen Reprasenta- on der objektiven Umwelt einher (vgl. Cohen, 1993a) und sind dann mit der verminderten visuellen Leistungsfahigkeit in der Dammerungs- bzw. Nachtzeit vergleichbar (vgl. z.B. Levine & Shefner, 2000). Eingeschrankte Sicht- bzw. Lichtverhaltnisse werden zwar haufig zu kompensatorisch sicherheitssteige- den Verhaltensanpassungen fuhren (z.B. Herabsetzen der Geschwindigkeit). Werden sie jedoch als Gefahrenquelle nicht bewusst oder aber unterschatzt, so kann dies auch dazu fuhren, dass bestehende Motivationslagen bzw. Handlun- intentionen ungeachtet der Wahrnehmungsbedingungen umgesetzt werden. Nicht in jedem Fall muss eine Verbesserung der Lichtverhaltnisse gleichz- tig mehr Sicherheit im Strassenverkehr bedingen. Aufgearbeitet wird in dieser Studie der cutting-edge der wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Fahrerv- halten bei unterschiedlichen Licht- bzw. Sichtbedingungen, insbesondere der Befunde zum Kraftfahren und Sehen bei Dunkelheit. Weitere Literaturquellen, die Untersuchungsergebnisse bei anderen ungunstigen Lichtverhaltnissen bzw."

Show description

Read Online or Download Mehr Licht - mehr Sicht - mehr Sicherheit? Zur Wirkung verbesserter Licht- und Sichtbedingungen auf das Fahrerverhalten PDF

Best german_1 books

Kompaktwissen Altersvorsorge: Das Produkthandbuch zum Rechentraining

Dieses Buch ist ein Nachschlagewerk für viele in der Praxis wiederkehrende Fragen. Der dargestellte theoretische Hintergrund wird zur foundation für jede Argumentation. Finanzberater können unabhängig von ihrer Firmierung (Makler, Mehrfachagent, Ausschließlichkeitsvertreter) qualifizierte Erstberatungen führen.

Migrations- und Integrationsprozesse in Europa: Vergemeinschaftung oder nationalstaatliche Lösungswege?

Dieser Band analysiert die Voraussetzungen der Migrationspolitik in Europa und stellt die Bedingungen dar, unter denen die Integration von Zuwanderern in Europa stattfindet. Die Beiträge im ersten Teil des Bandes beschäftigen sich mit dem Spannungsverhältnis zwischen europäischen Harmonisierungsbemühungen und nationalen Gestaltungsansprüchen, das die Migrationspolitik derzeit bestimmt.

Das Leben ist kurz. Vita brevis

Das Leben ist kurz. Zu kurz, um die Vergangenheit einfach so wegzuwerfen. Floria ist entsetzt. Wie konnte sich Augustinus nur so verändern? Aus dem geliebten Ehemann und Vater ihres Sohnes ist ein strenger Gottesmann geworden. Floria schreibt ihm einen short - und rechnet mit ihm ab.

Extra resources for Mehr Licht - mehr Sicht - mehr Sicherheit? Zur Wirkung verbesserter Licht- und Sichtbedingungen auf das Fahrerverhalten

Sample text

1 Definition und Klassifikation Im Straßenverkehr hat das Verhalten der Verkehrsteilnehmer entscheidende Bedeutung für die Verkehrssicherheit (vgl. , 1995). B. über die Geschwindigkeit, das Abstandsverhalten und die laterale Position gegeben. Der Mensch nimmt in der Regel aktiv Veränderungen in der Umwelt und am Fahrzeug wahr, bewertet deren Bedeutung im Kontext der eigenen Ziele und Motive und passt sein Fahrverhalten dementsprechend an. Der durch eine technische Änderung intendierte Sicherheitsgewinn kann folglich ganz oder teilweise dadurch verloren gehen, dass die Fahrzeugführer die Änderung in der Weise nutzen, dass sie ihre eigenen, teilweise nicht sicherheitskonformen Ziele noch besser zu realisieren suchen.

Im Ergebnis treten Verzerrungen in der Entfernungswahrnehmung auf. CAVALLO et al. (1997, zitiert nach Cavallo & Cohen, 2001) konnten in ihren Laboruntersuchungen zeigen, dass bei Nebel die Entfernungen bis zu 60 % überschätzt werden. Dies birgt im Hinblick bspw. auf Überholmanöver im Straßenverkehr große Gefahren in sich. Erschwerend kommt hinzu, dass der Mensch sowohl die eigene Geschwindigkeit als auch die anderer Fahrzeuge nur schlecht beurteilen kann und primär bei hohen Geschwindigkeiten eine Tendenz zur Unterschätzung besteht (vgl.

Goldstein, 2002). Deren Anordnungsdichte ermöglicht dem Fahrer einen direkten Schluss auf die Entfernung. Eine dichte Struktur mit weniger sichtbaren Details wird beispielsweise von weiter weg liegenden Objekten erzeugt. B. Nebel) ist die Erkennung solcher Gradienten aufgrund der geringeren Kontraste kaum möglich (vgl. Richter & Schlag, 2000). Durch die Verlagerung der Fixation in den Nahbereich entsteht eine andere Sinneswahrnehmung und ein anderes Erleben der Verkehrssituation im Vergleich zur Fixation am Horizont.

Download PDF sample

Rated 4.62 of 5 – based on 49 votes